November 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten

Kohle ist kein Notbehelf, sondern für viele Anwendungen der überlegene Dichtwerkstoff. Sie kommt genau dort zum Einsatz, wo andere Werkstoffe an Korrosion oder Temperatur scheitern, oder wo schlicht kein Schmiermittel zur Verfügung steht.

Warum Kohle?

Kohle- und Grafitwerkstoffe vereinen Eigenschaften, die sie für die Dichtungstechnik besonders machen: chemische Beständigkeit, gute Gleit- und Trockenlaufeigenschaften, einen niedrigen Reibungskoeffizienten und eine gute Wärmeleitfähigkeit. Dazu kommen ein ausgeprägtes Thermoschockverhalten, hohe Formbeständigkeit und Ermüdungsfestigkeit. Durch gezielte Imprägnierung lässt sich der Werkstoff auf den Einsatzfall abstimmen, bis in hohe Temperaturbereiche.

Wann Kohle die richtige Wahl ist

Kohle spielt ihre Stärken vor allem dort aus, wo der Einsatz anderer Werkstoffe an hoher Korrosion scheitert oder die Temperatur außerhalb des für Schmieröle zulässigen Bereichs liegt. Auch bei fettlösenden Mitteln oder bei Flüssigkeiten ohne eigene Schmierwirkung, etwa Wasser oder Benzin, ist sie oft die beste Lösung.

Die Bauformen im Überblick

  • Kohlelabyrinthe dichten berührungslos ab, typisch für die Förderraumabdichtung in Prozessgasverdichtern, Schraubenverdichtern und Drehkolbengebläsen.
  • Kohlebuchsen werden nach Kundenspezifikation gefertigt und dort eingesetzt, wo eine kompakte, trockenlauffähige Lagerung oder Führung gefragt ist.
  • Kohlespindelpackungen eignen sich für Trocken- und Nasslauf, von Trocknern über Flügelzellenpumpen bis zur Leitschaufelverstellung von Turboverdichtern.

Auch Ventilsitze aus Kohle nutzen diese Eigenschaften, mit geringer thermischer Ausdehnung sowie hoher Wärmeleit-, Druck- und Verschleißfestigkeit.

Fachlicher Hinweis: Der konkrete Kohlewerkstoff und seine Imprägnierung werden auf Ihre Betriebsbedingungen abgestimmt. Die passende Kombination legen wir gemeinsam mit Ihnen fest.

Trockenlauf, Hochtemperatur oder aggressive Medien?

Schicken Sie uns Ihre Anwendung. Wir wählen den passenden Kohlewerkstoff und die richtige Bauform.