Viele Undichtigkeiten entstehen nicht im Betrieb, sondern schon bei der Montage. Wer ein paar Grundregeln beachtet, holt die volle Standzeit aus der Dichtung, und vermeidet Fehler, die sich später teuer rächen.
Vor dem Einbau
Die Gegenfläche zur Dichtung muss frei von Verunreinigungen und Beschädigungen sein. Berührungsflächen mit einem fusselfreien Tuch säubern, auf eine saubere Umgebung achten und die Welle gemäß den Vorgaben prüfen. Beschädigte Dichtungskomponenten werden sofort ausgetauscht, Teile, die gestürzt sind oder einen starken Stoß abbekommen haben, dürfen nicht eingebaut werden.
Der Ablauf in Kürze
Die richtigen Anzugsmomente
Für die Teilfugen- und Befestigungsschrauben (Festigkeitsklasse A4-70) gelten folgende Richtwerte:
| Gewinde | M6 | M8 | M10 | M12 | M16 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anzugsmoment | 7 Nm | 16 Nm | 31 Nm | 53 Nm | 129 Nm |
Die häufigsten Montagefehler
- Gehäusehälften verkanten beim Zusammenfügen, das beschädigt die Dichtringe.
- Dichtringe falsch zur Drehrichtung eingebaut.
- Arretierung nicht korrekt positioniert.
- Dichtpaste zu dick aufgetragen, sie gehört nur hauchdünn auf die Teilfuge.
- Überfettung der Fettkammern, zu viel Fett kann die Dichtringe beschädigen.
Erst Sperrgas, dann anfahren
Bei der Inbetriebnahme gilt eine einfache, aber wichtige Reihenfolge: Die Dichtung muss mit Sperrdruck beaufschlagt sein, bevor die Maschine unter Druck geht. Umgekehrt wird das Sperrdrucksystem erst entlastet, wenn die Maschine isoliert, entlastet und entlüftet ist. Warum der Sperrdruck über dem Mediumdruck liegen muss, lesen Sie im Beitrag Was ist ein Sperrgassystem?
Welche Anforderungen die Lauffläche erfüllen sollte, damit die Montage überhaupt zum Erfolg wird, steht im Beitrag Welle & Wellenhülse: die Toleranzen, die zählen.
Fachlicher Hinweis: Dieser Beitrag fasst den Ablauf allgemein zusammen. Verbindlich sind die Montage- und Betriebsanleitung sowie die Zusammenstellzeichnung zu Ihrer Dichtung. Im Zweifel unterstützen wir Sie gern.