Läuft eine Maschinenwelle im Dichtungsbereich ein, wird es teuer: Die Welle muss ausgebaut, aufgearbeitet oder ersetzt werden. Eine Wellenschonhülse verhindert das, indem sie den Verschleiß aufnimmt, den sonst die Welle abbekommt.
Das Problem: die Welle läuft ein
Befindet sich eine rotierende Welle im Kontakt mit einem statischen Bauteil höherer Härte, ist ein Einlaufen vorprogrammiert. Es zeigt sich als gleichmäßige, radiale Beschädigung genau dort, wo die Dichtringe sitzen. Die Folge sind Undichtigkeiten, im Extremfall sogar eine Schwächung der Wellenstruktur.
Die Lösung: eine Opferhülse
Die Wellenschonhülse sitzt im Dichtungsbereich auf der Welle und übernimmt den Verschleiß. Ist sie verschlissen, tauscht man die Hülse, nicht die ganze Welle. Fixiert wird sie durch Aufschrumpfen oder ein Befestigungselement, zur atmosphärischen Seite dichtet ein O-Ring ab.
Beschichtungen für längere Standzeit
Werkstoff und Beschichtung werden auf die Betriebsparameter abgestimmt. Eine Beschichtung reduziert den Verschleiß und sichert höhere Betriebszeiten der Maschine. Gängige Verfahren:
- Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (HVOF) mit Spritzschichten aus Wolfram-, Chrom- oder Titankarbid
- Atmosphärisches Plasmaspritzen, mit dem sich nahezu alle Werkstoffe, vorwiegend Keramik, verarbeiten lassen
Wann sich eine Wellenschonhülse lohnt
- Im Neubau, um die Welle von Anfang an zu schützen
- Im Retrofit, um eingelaufene Wellen instand zu setzen, ohne sie zu ersetzen
- Bei anspruchsvollen Medien im Hoch- und Tieftemperaturbereich, kombiniert mit der passenden Wellendichtung
Alle Details und Ausführungen finden Sie auf der Produktseite zu den Wellenschonhülsen. Welche Toleranzen die Lauffläche erfüllen sollte, lesen Sie im Beitrag Welle & Wellenhülse: die Toleranzen, die zählen.
Fachlicher Hinweis: Werkstoff und Beschichtung werden individuell auf Ihre Betriebsparameter abgestimmt. Die passende Ausführung legen wir gemeinsam mit Ihnen fest.