Mai 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten

Jede Wellendichtung hat dieselbe Aufgabe: das Medium dort halten, wo es hingehört. Der Unterschied liegt im Wie. Berührende Dichtungen pressen auf die Welle und dichten maximal ab. Berührungslose Dichtungen arbeiten mit einem Spalt, fast ohne Verschleiß. Beide haben ihre Stärken, entscheidend sind Ihre Betriebsbedingungen.

Berührungslos: für hohe Drehzahl und lange Intervalle

Eine berührungslose Wellendichtung dichtet über einen definierten Spalt, ohne Kontakt zwischen Welle und Gehäuse. Weil nichts aufeinander reibt, gibt es nahezu keinen Verschleiß, keine Reibungswärme und keine dynamisch belasteten Teile. Das macht sie ideal für hohe Umfangsgeschwindigkeiten, hohe Temperaturen und lange Wartungsintervalle.

Die Leckage ist minimal, aber nicht null, deshalb wird sie in vielen Fällen durch Sperrgas unterstützt. Zu dieser Bauart gehören Type AD 200, Type AK 300 und Type AK 800. Wie das Prinzip im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag Wie funktioniert eine berührungslose Wellendichtung?

Berührend: für maximale Dichtheit

Eine berührende Dichtung liegt an der Welle an und dichtet dadurch maximal ab, dort, wo Leckage keine Option ist. Der Kontakt bedeutet aber auch Reibung, Verschleiß und Reibungswärme, weshalb diese Dichtungen oft geschmiert und gekühlt werden müssen und für begrenztere Drehzahlen ausgelegt sind.

Der Type AD 500 läuft auf der Welle und erreicht über überlappt verzapfte Stöße besonders geringe Leckagemengen. Weitere berührende Bauarten sind Wellendichtringe, Stopfbuchspackungen und Gleitringdichtungen.

Der direkte Vergleich

MerkmalBerührungslosBerührend
Kontakt zur Wellenein, definierter Spaltja, liegt an
Verschleißsehr geringhöher
Drehzahl / Geschwindigkeitsehr hoch möglichbegrenzt
Leckageminimalnahezu null
Schmierungnicht erforderlichoft erforderlich
Wartungsintervalllangkürzer

Was am Ende entscheidet

Die richtige Wahl hängt nicht vom Katalog ab, sondern von Ihrer Anwendung. Vier Faktoren geben den Ausschlag:

  • Drehzahl und Umfangsgeschwindigkeit der Welle
  • Medium, ob aggressiv, toxisch oder feststoffbeladen
  • Temperatur im Dichtungsbereich
  • zulässige Leckage, wie dicht es wirklich sein muss

Genau hier beginnt die Dichtungsauslegung. Einen Überblick über alle Bauarten finden Sie auf der Seite zu den Wellendichtungen.

Fachlicher Hinweis: Dieser Beitrag ordnet die Bauarten grundsätzlich ein. Die konkrete Auswahl und die Einsatzgrenzen hängen von Typ, Werkstoff und Betriebsbedingungen ab und stimmen wir individuell mit Ihnen ab.

Welche Bauart passt zu Ihrer Maschine?

Schicken Sie uns Ihre Betriebsbedingungen. Wir empfehlen die passende Dichtung, auch für Sonderkonstruktionen.